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Tierisches oder pflanzliches Eiweiß – was ist besser?

tofu-pflanzliches eiweiß

Tofu ist eine hervorragende pflanzliche Proteinquelle. Foto: pixabay.org/gemeinfrei

Bislang galt tierisches Protein, z. b. aus Fleisch oder Eiern, als hochwertiger als pflanzliches und grundsätzlich gesund. Eine neue Studie belegt nun das Gegenteil. Vor allem Menschen mit Übergewicht und wenig Bewegung sollten lieber pflanzliches Eiweiß essen.

Tofu, Hülsenfrüchte und Quinoa – das soll gesünder sein als Eier, Fleisch und Milchprodukte? Forscher sagen nun, das stimmt. Insbesondere Raucher und Übergewichtige können von pflanzlichem Protein profitieren.

Studie: Pflanzliches Eiweiß ist gesünder

Eiweiß ist der Baustoff unserer Zellen, wer z. B. Muskeln aufbauen möchte, benötigt jede Menge davon. Für eine gesunde und kalorienbewusste Ernährung empfiehlt sich daher eine ausgewogene Mischung aus vielen natürlichen Proteinen, einigen wenigen gesättigten Fetten und komplexen Kohlenhydraten sowie Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien.

Bislang bedeutet das für die meisten Sportler z. B. eine gegrillte Hähnchenbrust mit etwas Vollkornreis und Brokkoli. Tierisches Eiweiß, wie es in Fleisch und anderen tierischen Produkten wie Eiern, Hüttenkäse oder Milch enthalten ist, ist besonders hochwertig – kann vom Körper also effizienter verarbeitet werden – und galt lange Zeit als unbedenklich und gesund. Bis jetzt.

Wissenschaftler forschten 32 Jahre Lang

Forscher der renommierten Harvard Medical School wollen nämlich herausgefunden haben, dass tierisches Protein das Risiko, früher zu sterben deutlich erhöht. Pflanzliches Eiweiß wäre dagegen viel gesünder.

Grundlage für diese schockierende These sind die Forschungsdaten zweier Studien mit insgesamt über 130.000 Menschen, die dafür 32 Jahre lange begleitet wurden. Die inzwischen im Schnitt 49-Jährigen Teilnehmer mussten alle zwei Jahre einen Fragebogen zu ihrem Lebensstil und ihren Essgewohnheiten ausfüllen.

Während dieser Zeit starben 36.115 der Teilnehmer der Studie, davon 8.851 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 13.159 an Krebs und 14.105 an anderen Ursachen. Die Forscher haben diese Zahlen mit den Aussagen der Fragebögen abgeglichen. Und offenbar ernährten sich die verstorbenen Probanden vornehmlich von tierischem Eiweiß.

Führt tierisches Eiweiß zu einem früheren Tod?

Im Schnitt nahmen alle Teilnehmer der Studie über dreimal mehr tierisches als pflanzliches Eiweiß zu sich. Beim Blick auf einzelne Probanden offenbarten sich jedoch zwei erstaunliche – und erschreckende – Ergebnisse.

  1. Bei Probanden die im Vergleich zu ihrem Gesamtkalorienverbrauch zehn Prozent mehr Kalorien aus tierischen Proteinen zu sich genommen hatten, stieg das Sterberisiko während des Zeitraums der Studie um zwei Prozent, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten gar um acht Prozent.
  2. Und umgekehrt: Wer drei Prozent mehr Kalorien aus pflanzlichem Eiweiß bezog, senkte sein Sterberisiko während des Zeitraums der Studie um ganze zehn Prozent! Das Risiko von Herz-Kreislauf-Problemen sank um 12 Prozent.

Menschen mit einem bereits vorhandenen Gesundheitsrisiko, wie Raucher, Trinker oder Übergewichtige, profitierten von dem Mehr an pflanzlichen Proteinen ganz besonders.

Folgende Lebensmittel wurden in der Studie vor allem verzehrt:

Tierische Lebensmittel

  • Rindfleisch
  • Schweinefleisch
  • Hühnerfleisch
  • Milchprodukte
  • Fisch
  • Eier

Pflanzliche Lebensmittel

  • Brot
  • Getreide
  • Nudeln
  • Nüsse
  • Bohnen
  • Hülsenfrüchten

Pflanzliche Lebensmittel sind generell gesünder

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass wir uns bei unserer Ernährung mehr auf pflanzliche, als auf tierische Produkte wert legen sollten. Die Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass nicht nur das pflanzliche Protein, sondern pflanzliche Lebensmittel generell gesünder für den Menschen sind.

Wer dennoch nicht auf tierische Produkte verzichten möchte, sei mit Fisch und Hühnchen am besten beraten, so die Forscher. Generell seien unverarbeitete Produkte, also rohes Fleisch z. B., besser als verarbeitete Produkte, wie Wurst oder Fertigwaren – aber das ist ja nichts Neues.

Was ist dran an der Studie?

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, heißt ein Sprichwort. Es lässt sich praktisch alles durch eine Studie belegen, die Frage ist nur immer, welche Parameter gemessen und wie sie ausgewertet werden.

Auch in dieser Studie ist das nicht anders. Zwar belegen die Daten eindeutig, dass Probanden mit hohem Konsum von tierischen Produkten früher starben, dass dafür das enthaltene Protein verantwortlich war, beweist die Studie allerdings nicht.

Denn: Verbreitete Gesundheitsrisiken wie Rauchen, Alkohol und Übergewicht wurden zwar berücksichtigt, viele andere Faktoren, wie Erbkrankheiten und sonstige Leiden, der allgemeine Lebensstil der Teilnehmer (z. B. die Risikofreudigkeit beim Autofahren) oder die Qualität der verzehrten Produkte allerdings nicht. Dass Rindersteak und Putenbrust nun also zum baldigen Herztod führen, halte ich für übertrieben.

Dennoch: Die Studie zeigt auf, dass zu viel Nahrung aus tierischen Quellen der Gesundheit schaden kann und wir besser auch auf pflanzliche Quellen zurückgreifen sollten. Eine ausgewogene Ernährung besteht ohnehin nicht nur aus Reis und Pute.

Besonders Sportler mit einem erhöhten Proteinbedarf sollten daher immer mal wieder über den Tellerrand hinausblicken und auch Produkte wie Quinoa, Spirulina oder Tofu einmal ausprobieren – wenn auch nicht zwingend ausschließlich.

Viel Spaß beim entdecken neuer Gerichte wünscht dir

dein Olli

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